SDW-Kreisverband Oberrheinische Waldfreunde

Vorsitzender

Ulrich Kienzler

Stupfericher Weg 6
76227 Karlsruhe

Telefon: 0172 9261210
E-Mail: kreisverband.karlsruhe(at)sdw-bw.de

Kämpfer für mehr Stadtgrün, Bäume und Wald erfährt Ehrungen Prof. Robert Mürb wird Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzender

Im Stadtwald Karlsruhe bei der Ernst-Schiele-Hütte wurde am 22. Juli 2022 der langjährige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Oberrheinische Waldfreunde e. V. gleich mehrfach geehrt.

Am Waldrand wurden Robert Mürb, seine Frau Mary Mürb und Gudrun Balley, genauso lange im Vorstand wir Mürb, von Ihrer Hoheit, Waldkönigin Eva-Maria Speidel und Ulrich Kienzler, dem neuen Vorsitzenden der Waldfreude mit einer 2-spännigen Pferdekutsche abgeholt. Der Kutscher Martin Breunig hatte seine Kutsche wunderschön mit Eichenzweigen dekoriert. An der Ernst-Schiele-Hütte wartete bereits eine illustre Gästeschar, angeführt von Karl-Wilhelm Röhm, dem Vorsitzenden des SDW-Landesverbandes.

Nach der Begrüßung der zu Ehrenden und der zahlreich erschienenen Gäste durch Ulrich Kienzler, der aktuell noch das städtische Forstamt leitet, richtete die Waldkönigin Baden-Württemberg 2022/2023, Eva-Maia Speidel das Wort an die Anwesenden. Die Botschafterin des Waldes dankte für die Einladung ins Badische, erläuterte begeistert Ihre Aufgaben im Waldland Baden-Württemberg mit fast 1,4 Millionen Hektar Wald und begrüßte ebenfalls Ihrerseits alle Gäste.

Ein Höhepunkt war die Laudatio des Landesvorsitzenden der SDW Baden-Württemberg, Karl-Wilhelm Röhm, und die folgende Übergabe der Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft an Prof. Robert Mürb. Röhm umriss den Einsatz und die unglaublich vielfältigen Aktivitäten für Wald, Stadtgrün, Natur- und Klimaschutz während seines fast 40-jährigen Vorsitzes bei der Arbeitsgemeinschaft Oberrheinische Waldfreunde e. V., deren Gewicht durch den Beitritt zur SDW als anerkanntem Naturschutzverband im Jahr 1990 deutlich gestärkt wurde. Dass der kämpferische Badener auch im Landesvorstand nicht immer „bequem“ war, sondern auch dort für seine Überzeugungen einstand, blieb dabei nicht unerwähnt. Mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft bedankt sich der SDW Landesverband symbolisch für die ehrenamtliche Arbeit von Prof. Robert Mürb über 4 Jahrzehnte.

Damit waren die Ehrungen aber noch nicht abgeschlossen: Ulrich Kienzler, seit 1998 Mitglied im Vorstand der Waldfreunde und seit März neuer Vorsitzender, nahm alle Anwesenden mit auf eine Reise durch die zahllosen Aktivitäten von Robert Mürb, der erst vor Kurzem seinen 90. Geburtstag feiern konnte. Besonders hob er dabei die jährlichen Baumpflanzungen zum Tag des Baumes hervor. Die Standorte für die Pflanzungen hatten dabei stets einen besonderen, meist stadtpolitischen Hintergrund. Als weiteren Schwerpunkt ging er auf die Unterstützung der Waldpädagogik ein. Bereits 1996 machte er sich mit dem damaligen Forstpräsidenten Dr. Friedemann Kälble und den örtlichen Forstleute auf die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Haus des Waldes in Karlsruhe. Entstanden ist daraus die Waldpädagogik Karlsruhe, die seit damals bis heute als Gemeinschafts-projekt von Stadt- und Landkreis Karlsruhe, ForstBW und der SDW sehr erfolgreich betrieben wird. Den dritten Schwerpunkt bildete die engagierte Zusammenarbeit mit den anderen Naturschutz-verbänden in Karlsruhe und der Region insbesondere bei Planungsverfahren, die mit Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden waren und sind. Deren Wertschätzung kam sichtbar zum Ausdruck durch die Anwesenheit der Vorsitzenden des BUND (Hartmut Weinrebe), des Nabu (Artur Bossert), des LNV (Dr. Helimar Rahn) und des Schwarzwaldvereins Karlsruhe (Dr. Charlotte Kämpf). Als Zeichen des Dankes wurde Robert Mürb von der Arbeitsgemeinschaft Oberrheinische Waldfreunde als Kreisverband der SDW zum Ehrenmitglied und zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Unvorstellbar war die ehrenamtliche Arbeit für die Waldfreunde ohne Mary Mürb, die Ehefrau von Robert Mürb. Quasi als persönliche Referentin führte Sie bescheiden im Hintergrund die Geschäfte, war für die Arbeiten am Computer zuständig oder legte das umfangreiche und sauber geordnete Archiv an. Mary Mürb begleitete als aktives Mitglied zudem Ihren Mann auf sehr vielen Terminen wie den Baumpflanzungen, den Mitgliederversammlungen, der Waldweihnacht und bei anderen Gelegenheiten. Ohne Ihre fleißige und zuverlässige Mitarbeit und Ihre Unterstützung wäre die erfolgreiche ehrenamtliche Tätigkeit Ihres Mannes nicht leistbar gewesen. Dafür wurde Mary Mürb mit einem Blumenstrauß und der Ehrenmitgliedschaft bei den Waldfreunden geehrt.

Mit tatkräftiger Unterstützung durch die Waldkönigin und den Landesvorsitzenden wurden weitere Ehrungen vorgenommen: Goldene Ehrennadeln erhielten Frau Gudrun Balley und Albert Kraft. Beide waren genauso lange wie Robert Mürb aktive Vorstandsmitglieder, Albert Kraft in der verantwortungsvollen Aufgabe als Schatzmeister. Mit der silbernen Ehrennadel wurde Günter Wendel ausgezeichnet, der im Vorstand ebenso über viele Jahre seine Expertise als Wasserbau-experte bei den Stellungnahmen zu den komplexen Planungen zu Hochwasserschutzprojekten, aber auch bei vielen anderen Planungsverfahren einbrachte und bei der Erarbeitung von Stellungnahmen mitwirkte.

Mehrfach geehrt, ließ es sich Robert Mürb nicht nehmen, einen persönlichen Rückblick zu geben, vor allem aber in die Zukunft zu blicken. Zwei Ideen und Anliegen, die Ihn schon einige Jahre beschäftigen, waren Ihm besonders wichtig: die Ergänzung und Verlängerung der Deutschen Alleenstraße durch den badischen Landesteil und die Schaffung eines weitreichenden regionalen Landschaftsparks. Er sagte zu, die Arbeit der Waldfreunde und der SDW weiter aktiv, kreativ und konstruktiv zu unterstützen.

Da im Bereich der Ernst-Schiele Hütte bereits vor vielen Jahren vier Eichen als „Ehrenbäume“ für die Gründer und Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Oberrheinische Waldfreunde gepflanzt wurden, wurde nun von einer erneuten Baumpflanzung für Robert Mürb abgesehen. Dafür wurden die in die Jahre gekommenen Beschilderungen für alle vier Ehrenbäume erneuert. Aufgesetzt wurden die Schilder auf kunstvoll von Forstwirt Michael Maurer gestaltete Holzstelen. Nun zeugen die Eichen von aktiven und weitsichtigen Personen, die sich seit 1957 aktiv für die Belange von Wald, Natur, Landschaft und Stadtgrün eingesetzt haben.

Mit einem gemütlichen Ausklang ging die gelungene und mit einigen Überraschungen versehene Veranstaltung im Stadtwald zu Ende. Noch lange standen die Teilnehmenden beisammen und als letzte traten Robert Mürb und die weiteren Geehrten den Heimweg an.

Nach 39 Jahren: Prof. Robert Mürb gibt Vorsitz bei den Waldfreunden ab

Nach 39 Jahren im Amt des Vorsitzenden der Oberrheinischen Waldfreund e. V. legt Professor Robert Mürb nun den Vorsitz in neue Hände. 1983 hatte er diese Aufgabe übernommen, nachdem der damalige Vorsitzende Erwin Sack Baubürgermeister der Stadt Karlsruhe wurde. In der Mitgliederversammlung wurde der bisherige zweite Vorsitzende, Diplom-Forstwirt Ulrich Kienzler einstimmig als neuer Vorsitzender gewählt. Er leitet derzeit noch das städtische Forstamt Karlsruhe und wird zum 1. Oktober in Ruhestand gehen. Neben Robert Mürb scheiden mit Gudrun Balley und Wolfgang Bittmann weitere aktive Vorstandsmitglieder aus, die ebenso lange für die Waldfreunde ehrenamtlich gearbeitet haben, wie Mürb.
Die Oberrheinischen Waldfreunde wurden am 17. Januar 1957 in das Vereinsregister eingetragen. Gründer und für lange Jahre die Vorsitzenden waren Rechtsanwalt Dr. Otto Figlestahler, Stadtrat und der damalige Vorsitzende des Stadtjugendausschusses und spätere Erste Bürgermeister Walther Wäldele. Gründe für den Zusammenschluss waren insbesondere die Überbeanspruchung der Wälder durch den Krieg und der großflächige Verlust von Wäldern durch den Bau von Baugebieten für Wohnen, Forschung, Industrie und Gewerbe (zum Beispiel Waldstadt, Raffinerien, Erweiterungen Technischer Hochschule und Fachhochschule).
Die Waldfreunde bildeten so die erste Bürgerinitiative in Karlsruhe, sie engagierte sich nicht nur für den Wald, sondern wie heute um Natur und Landschaft, einschließlich der gesamten Stadtlandschaft.
Mürb und dem Verein lag es als Anwälte der Natur daran, Planungen nicht einfach nur abzulehnen, sondern möglichst landschafts-, wald- und baumschonende Lösungen vorzuschlagen.

Den früheren Leiter des städtischen Gartenbauamtes führten Überlegungen einer Parallel-Autobahn zur A8 nach Stuttgart über das Albtal, verbunden mit einer Querspange über Neuburgweier in die Pfalz zur Mitarbeit bei den Waldfreunden. Über all die Jahre setzte sich Mürb mit hoher Sachkunde unermüdlich, mutig, kämpferisch und standhaft für die Ziele der Waldfreunde ein.
Unzählige Stellungnahmen zu Flächeninanspruchnahmen wurden abgegeben. Jüngstes Beispiel waren die Planungen zum Polder Bellenkopf-Rappenwört. Im Fokus standen die Forderungen nach Reduzierung der Dammflächen, der Verzicht auf die hohe Spundwand um den Rappenwört und die Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee. Für die Südtangente kämpfte er für eine Bündelung mit der Eisenbahntrasse und verhinderte damit eine Zerschneidung des Oberwaldes. Sehr froh ist Mürb zusammen mit allen Waldfreude auch darüber, dass die Nordtangente-Planung endgültig vom Tisch ist.

Die Waldfreunde beschränkten sich mehr und mehr nicht nur auf die Erhaltung und Pflege des Waldes, sondern kümmerten sich auch um die Natur in der Stadt. Die Erhaltung von Kleingärten, Neuanlage von Grünanlagen, Kritik an Schottergärten, Forderung von Rasengleisen, Baum-Patenschaften, Kastanienblättersammlungen mit Schulen in verschiedenen Stadtteilen zur Bekämpfung der Miniermotte, Erhaltung von Einzelbäumen bei Neubauten etc. waren und sind bis heute wichtige Anliegen.

Dauerhafte „Spuren“ haben die Waldfreunde unter Robert Mürb durch die zahlreichen Baumpflanzaktionen im Stadtgebiet und im Wald hinterlassen. Jedes Jahr wurde zum Tag des Baumes mit Schulkindern gepflanzt, im Wald gab es vor allem nach dem Orkan „Lothar“ zahlreiche Pflanzaktionen. Das Gewicht der Arge Oberrheinische Waldfreunde e.V. wurde durch den Beitritt zur "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V." (SDW) im Jahre 1990 gestärkt. Als Kreisverband Karlsruhe sind die Waldfreunde seither Teil dieses anerkannten Naturschutzverbandes, arbeiten im Landesvorstand mit und haben umfangreiche Anhörungs- und Mitspracherechte in Planungsverfahren, die Eingriffe in die Natur verursachen. Dabei wird eng mit anderen Umweltverbänden, insbesondere dem Landesnaturschutzverband, dem BUND oder dem NABU kooperiert. Als Kreisverband der SDW haben Mürb und die Waldfreunde schon Mitte der 1990-iger Jahre gefordert, in Karlsruhe ein waldpädagogisches Zentrum zu etablieren. Ergebnis war zwar kein „Haus des Waldes“ wie in Stuttgart, aber nach zäher Arbeit konnte das Waldklassenzimmer im Hardtwald eingeweiht werden. Seit 1996 ist die SDW nun Kooperationspartner der Waldpädagogik Karlsruhe.
Unterstützt wurden auch die Gründung des Nationalparks Schwarzwald und der Beitritt der Stadt Karlsruhe zum Nationalpark Schwarzwald Mitte/Nord.

Mürb appelliert zum Ende seiner langen Amtszeit Bäume und Wälder zu erhalten, wo immer möglich zu mehren und behutsam an den Klimawandel anzupassen. E mahnt, endlich die Grenzen des Wachstums anzuerkennen und den ungebremsten Flächenfraß sofort zu beenden. Der neue Vorsitzende Ulrich Kienzler dankte in der Mitgliederversammlung Prof. Mürb für sein außerordentliches und so langjähriges Engagement für die Oberrheinischen Waldfreunde und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die Ihn schon vor vielen Jahren mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet hat.

Oberrheinische Waldfreunde beteiligen sich am "forest clean up day" 2022

Initiiert unter anderem vom Landeswaldverband in Baden-Württemberg, in dem die SDW Mitglied ist, schlossen sich viele Kommunen und Verbände dem Aufruf an, im Wald an diesem Tag Müll aufzuräumen. Die SDW Kreisgruppe Karlsruhe war mit vielen Freiwilligen an der Aktion im Stadtwald Karlsruhe (Elfmorgenbruch) dabei. Es wurden etwa 5 Kubikmeter Müll gesammelt!

Angebote des Kreisverbandes 2022

Baumpflanzung zum Tag des Baumes

Zum Tag des Baumes organisiert der Kreisverband die traditionelle Baumpflanzaktion.

Tag der offenen Tür im Waldzentrum Karlsruhe

Aufgrund der ungewissen Lage in Bezug auf die Corona-Pandemie, ist der „Tag der offenen Tür“ im Waldzentrum erst für den Herbst geplant. Bitte entnehmen Sie weitere Informationen der Tagespresse oder der Internetseite der Waldpädagogik Karlsruhe.

Termine 
 

Datum Sonntag, 18.09.2022; 11:00-17:00 Uhr                                                  
Orte Waldzentrum Karlsruhe
Linkenheimer Allee 10
76131 Karlsruhe  


Der Bergwald ruft: Mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour in die Karlsruher Bergwälder: Grötzingen 

Zeitzeugen im Hardtwald

Forst-Gebäude, Alleen und Saatschulen,- Historische Spuren der Forstgeschichte im Hardtwald

Termine 
 

Datum Freitag, 10.06.2022; 16:00 – 17:30 Uhr
Leitung Martin Kurz, ForstBW, Forstbezirk Hardtwald, Revier Wildpark
Treffpunkt Waldzentrum
Linkenheimer Allee 10
76131 Karlsruhe
Alter ab 16 Jahren; Exkursion zu Fuß
Anmeldung nicht erforderlich


Alle Angebote sind kostenfrei. Die Oberrheinischen Waldfreunde freuen sich jedoch über eine Spende, die in vollem Umfang an die Waldpädagogik Karlsruhe. Natürlich freuen sich die Waldfreunde und die SDW über Neumitglieder, die sich dauerhaft für den Wald engagieren wollen.

Im Übrigen verweisen wir auf die zahlreichen Veranstaltungen im Jahresprogramm 2022 der Waldpädagogik Karlsruhe Die SDW ist neben ForstBW und den Stadt- und Landkreisen Karlsruhe Projektpartner der Waldpädagogik und lädt zu den Veranstaltungen ein: www.waldpaedagogik-karlsruhe.de.

Ein gedrucktes Jahresprogramm wird wegen der großen Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie auch 2022 nicht aufgelegt.
Die SDW ist neben ForstBW und den Stadt- und Landkreisen Karlsruhe Projektpartner der Waldpädagogik und lädt zu allen Veranstaltungen im Jahresprogramm ein. Das Jahresmotto der Waldpädagogik für 2022 lautet „Leben und Bauen mit Holz“.

 

Rückblick auf das Jahr 2021

Langlebige Holzprodukte schützen das Klima

Ein sogenannter "Klima-Stamm" am Grötzinger Baggersee Rundweg informiert, welche Auswirkungen auf das Klima unser täglicher Konsum hat. Auf dem 1,2 m³ Pappelstamm aus dem Karlsruher Stadtwald sind Infotafeln aus sechs Lebensbereichen, wie zum Beispiel Reisen, Fleischkonsum oder Kleidung angebracht. Der Stamm verdeutlicht die jeweils entsprechend anfallende CO2-Menge pro Person und Jahr. Michael Maurer, Forstwirtschaftsmeister bei der Stadt Karlsruhe und seine Kollegen haben den Klimastamm mit viel Engagement in ihrer Freizeit geschaffen. Die Informationstafeln, die von der SDW anlässlich der Klimakonferenz in Bonn 2017 entwickelt wurden, wurden an die Situation in Karlsruhe angepasst und von der SDW Kreisgruppe "Oberrheinische Waldfreunde" finanziert.

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