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Waldtherapie bei ADHS

„... the “greener” a child’s play area, the less severe are his or her attention deficit symptoms“ (Taylor/Kuo, 2001)‏



I. Projektidee in Stichworten

•    Programm für Kinder im Grundschulalter mit diagnostizierter Hyperaktivität
•    Bewegungselemente, Entspannungs- und Atemübungen, kombiniert mit Naturvermittlung und Wahrnehmungsübungen sollen die Kinder unterstützen, sich wieder besser konzentrieren zu können und in eine „Normalität“ zurück zu finden.
•    Transfer des Wohlgefühls aus dem Wald in den Alltag über Rituale und individuelle Übungen für Zuhause
•    Wiederkehrende, wöchentliche Termine über 6 Wochen mit Vor- und Nachbereitung
•        Zertifizierte Übungsleiter*innen leiten die Einheiten an (Sport- und Gymnastiklehrerin / zert. Waldpädagogin)


II. Erfordernis für das Projekt

4,9% aller Kinder  und Jugendlichen haben eine diagnostizierte Hyperaktivität, Mädchen sind dabei seltener verhaltensauffällig als Jungen, Kinder mit niedrigem sozioökonomischem Status haben ein erhöhtes Risiko zu erkranken.

In den letzten Jahrzehnten zeichnet sich eine deutliche Zunahme der Erkrankungen ab, waren es 1991 noch 15.000 ADHS-Kinder (Glaeske 2000), so hat sich bis 2007 die Zahl auf  600.000 ADHS-Kinder (KIGGS Studie 2007) in Deutschland vervielfacht.

Eine Studie von Taylor/Kuo aus dem Jahr 2001 mit Kindern im Alter zwischen 7 und 12 Jahren belegt, dass schon ein 20 Minütiger Waldspaziergang die Konzentrationsfähigkeit der Kinder erhöht.

Auch wissen wir aus unserer eigenen waldpädagogischen Praxis der vergangen 25 Jahre, dass Kinder, die uns im Vorfeld der Veranstaltungen als „auffällig“ benannt wurden, während des Aufenthalts im Wald kaum oder gar nicht identifizierbar waren. „ADHS Kinder“ sind oft sehr gut im Finden kreativer Lösungen und haben eine hohe Bewegungskapazität. Dieses gilt es, als Stärken zu erkennen und sinnvoll zu lenken.

Hier setzt unser Angebot an. Methoden der Erlebnis- und Waldpädagogik, gepaart mit viel Bewegung, sind hervorragend geeignet, den Kindern zu mehr Konzentrationsfähigkeit und Ausgeglichenheit zu verhelfen. Gleichzeitig werden ihre Stärken – Kreativität und Bewegungsfähigkeit – als Stärken genutzt und nicht mehr durch Verbote oder Medikamente „gedeckelt“. Mit unseren Angeboten im Wald wollen wir die Schülerinnen und Schülern auch befähigen, durch eingeübte Rituale im Alltag das „Wald-Gefühl“ wieder herstellen zu können und somit eine Selbstwirksamkeit (ich kann mir selbst helfen) und dadurch eine Ich-Stärkung zu erleben. Der Wald als einerseits reizarmes Umfeld, wirkt durch die grünen Farbschattierungen beruhigend. Gleichzeitig ist er voller Reize, mit denen die Kinder aber gut umgehen können, da sie ihrem ureigenen Drang nach Bewegung und Kreativität im Wald Ausdruck verleihen können.


III.     Projektziele

•    Konzentrationsfähigkeit der Kinder verbessern. Dies wird durch Bewegung aber auch durch Atem- und Wahrnehmungsübungen erreicht.
•    Das Gruppenerlebnis im Wald verlangte klare Regeln. Diese helfen den Kindern, durch die Grenzen, die die Regeln schaffen, Sicherheit und Halt zu erleben.
•    Beziehungsprobleme untereinander können im Wald, insbesondere durch die Möglichkeit, sich „aus dem Weg zu gehen“ anders bewältigt und gelöst werden als im schulischen oder häuslichen Umfeld.
•    Erleben der Selbstwirksamkeit der Kinder stärken. Währen der Waldaktivitäten  können die Kinder erleben, bestimmte Dinge besser zu beherrschen, als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Dies stärkt ihre Ich-Stärke im Gegensatz dazu, dass sie sich sonst oft als benachteiligt oder ausgegrenzt erleben.
•    Wir wollen das Wir-Bewusstsein der Kinder fördern. Durch das Gruppenerlebnis haben die Kinder das Gefühl „dazu zu gehören“.
•    Die im Wald eingeübten Rituale können in die Schul- und Alltagswelt transferiert werden und können dabei helfen, in für das Kind schwierigen Situationen angemessener zu reagieren.


IV.    Zielgruppe

•    Kinder mit diagnostizierter Hyperaktivität aus dem Förderschulbereich
•    12 Kinder pro Übungszeitraum


V.        Inhalte der Unterrichtseinheiten (UE)

Zu Beginn jeder UE steht eine ausgiebige Sequenz des Ankommens im Wald durch Bewegung. Jeder Waldnachmittag setzt dazu einen Schwerpunkt in folgenden Bereichen:

1.    Auditive Erfahrungen
2.    Visuelle Wahrnehmungsfelder
3.    Geschmackserfahrungen
4.    Riecherfahrungen
5.    Taktil-kinästhetische Erfahrungsfelder
6.    Gleichgewichtssinn


Jede Einheit hat folgende Struktur:


•    Gruppenspiel
•    Konzentrationsübung
•    Freies Spiel
•    Entspannung


VI.    Projektumfang

•    6 Wochen à 2 Stunden pro Woche im Wald
Insgesamt: 18 Unterrichtseinheiten á 60 Minuten = 720 Minuten

 

 

2019 wird das Projekt von der Louis-Leitz-Stiftung gefördert

Louis Leitz Stiftung