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Waldjugend

Kinder der Waldjugend sitzen am Lagerfeuer

Die Deutsche Waldjugend ist die Jugendorganisation der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Dennoch ist die Waldjugend (DWJ) ein eigenständiger Verband mit bundesweit 400 Horsten (Gruppen).

Im Mittelpunkt der Horste in der DWJ steht der Patenforst. Jeder Horst hat in der Nähe seines Heimatortes ein Waldstück, das er betreut. Im Patenforst führen die Waldläuferinnen und Waldläufer unter fachkundiger Anleitung des "Patenförsters" Arbeiten zur Erhaltung des Waldes durch. Dabei lernen sie neben der Pflanzen- und Tierwelt den richtigen Umgang mit Werkzeugen sowie die Notwendigkeit und richtige Durchführung forstwirtschaftlicher Maßnahmen kennen.

Neben der Arbeit im Wald wird dem gemeinsamen Musizieren große Bedeutung beigemessen. In den Heimrunden und bei Jugendlagern, Fahrten und Wanderungen wird viel gesungen und musiziert.

Die Waldjugend beschäftigt sich darüber hinaus mit Werken, Basteln, Tanz, Theater und Spiel. Auch das Erlernen des Jagdhornblasens wird in den Horten gepflegt. Viel Spaß bereiten auch die regelmäßig durchgeführten Fahrten, Wanderungen und Jugendlager.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.waldjugend.de.

 

Waldjugend Kappelrodeck

Karpaten

Abenteuerliche Fahrt in die Karparten

Wenn einer eine Reise macht, dann kann er viel erzählen! Besonders, wenn man abseits der üblichen Touristenrouten zu Fuß unterwegs ist und so Land und Leute hautnah und direkt erleben kann. Die Waldjugend Kappelrodeck hatte sich in diesem Sommer Siebenbürgen in Rumänien als Fahrtenziel vorgenommen. Zwei Wochen lang wanderten 8 Kappler Waldläufer mit kompletter Ausrüstung durch die Nationalparks Piatra Craiului und Bucegi Postavarul bei Brasov (dt: Kronstadt). Ziel einer solchen „Großfahrt“ ist es, in der Gruppe selbst seinen Weg zu finden. Deshalb wird auch jeweils erst vor Ort entschieden, wohin die Route führen soll und wo man übernachtet. Da muss viel improvisiert und in der Gruppe entschieden werden, dafür erlebt man deutlich mehr als im Pauschalurlaub. Nach langer Zugfahrt stiegen die Waldläufer von Zarnesti aus über Magura auf kleinen Schäferpfaden und durch steile Schluchten in die Berge des Burzenlandes, über die beweideten Almen in das Gebirge, mitten durch die noch von Hirten und ihren Hunden bewachten Herden, übernachteten teilweise in urtümlichen Wäldern in denen noch Bären und Wölfe leben oder fanden Unterkunft im Garten von Dorfbewohnern. Mit dem Bus ging es nach Rasnov (dt: Rosenau) mit Besichtigung der Festung, der (deutschen) Evangelischen Kirche und der orthodoxen Kathedrale. Zu Fuß führte der Weg weiter bis nach Predeal und wieder zurück nach Zarnesti. Dort erlebten die Waldläufer noch einen traditionellen Trachtenumzug, wurden in einen orthodoxen Gottesdienst eingeladen und fanden einen kleinen Bauernmarkt, auf dem einheimische Erzeuger unbekannte, aber leckere, Käsesorten anboten. Schließlich blieb sogar noch Zeit und Geld für eine Übernachtung in Brasov. Die Altstadt ist weitgehend saniert und  zu Recht der Stolz der Einwohner, auch die dortige Synagoge konnte besichtigt werden. „Rumänien ist ein unglaublich schönes Land mit ebenso gastfreundlichen und hilfsbereiten Bewohnern,“ schwärmt Vera Jakesch, die die Idee zu dieser Fahrt hatte.  „Hier ist vieles noch ursprünglicher, manchmal hatten wir das Gefühl, eine Reise in die Vergangenheit zu erleben. Wo sonst sieht man noch Hirten bei ihren Herden oder Menschen, die mit Handsensen Heu machen oder mit Pferdewagen fahren? Das alles hat bei uns einen tiefen und angenehmen Eindruck hinterlassen!“ Da wird wohl bei den künftigen Treffen noch viel zu erzählen sein!

Ferieneinsatz im Schwäbischen Wald

Ferienzeiten sind für die Kappelrodecker Waldjugend immer auch Gelegenheiten, sich für den Wald einzusetzen. In den Pfingstferien waren diesmal einige der Jugendlichen mit Freunden aus Kirchberg an der Jagst und Eschenbach aus der Oberpfalz auf der Schwäbischen Alb bei Böttingen im Einsatz. 4 Tage lang lebten die Jugendlichen in einem uralten Bauernhof und arbeiteten freiwillig bei zwei Förstern im Wald. Den Kontakt bekamen die Waldläufer durch ein großes Überbündisches Treffen im letzten Jahr, bei dem die Waldjugend schon damals einen kleinen Forsteinsatz durchführte. Die damalige Arbeit begeisterte die Forstleute und so erhielten die Kappler die Einladung „gegen Kost und Logis“ wiederzukommen. Auf einer großen Lotharfläche wurden über 300 Verbissschutzhüllen kontrolliert und angepasst, damit die dort gepflanzten Douglasien optimale Wachstumsbedingungen erhalten. Tannen erhielten bei Bedarf einen Pflegeschnitt und Verbissschutz. In einer anderen Fläche wurden die kleinen Bäume freigeschnitten und direkt an der Albkante wurden Lärchen mit selbsthergestellten Pflöcken gegen Schneebruch gesichert. Außerdem wurden einige kleinere Flächen zum Nachpflanzen beräumt. So kamen schnell rund 250 Arbeitsstunden zusammen. Die beteiligten Forstleute waren begeistert von der Arbeitsleistung der Jugendlichen: „Wo sonst engagieren sich Jugendliche in ihrer Freizeit so toll für den Wald?“  Kein Wunder, dass beide Förster sich eine Wiederholung solcher Aktionen wünschten und die Teilnehmer im nächste Jahr wieder gerne begrüßen würden. Ein Wunsch, den „Einsatzleiter“ Andreas Jakesch gerne in die Planung aufnehmen wird!

Waldhausbaustelle im Zuckerbergpark

Mit den steigenden Temperaturen kommt auch Bewegung in die Baustelle am Zuckerberg in Kappelrodeck. Dort will die Waldjugend, zusammen mit dem Kreisverband der Schutzgemeinschaft Dt. Wald ein „Walderlebnishaus“ errichten. Nach der arbeitsintensiven Verlegung der Anschlußleitungen im letzten Sommer, herrschte lange Zeit Ruhe auf der Baustelle. Das ist seit zwei Wochen vorbei. Zur Zeit werden die Bodenplatten für den Schulungsraum und die Waldwerkstatt hergestellt. „Leider geht es insgesamt nicht so schnell wie gewünscht, weil wir den Bau nicht vorfinanzieren können. Wir bauen also stets nach Kassenlage und die könnte natürlich immer besser sein“ erklärt Andreas Jakesch, der Leiter der Waldjugendgruppe. Immerhin dürften die vorhandenen Spendenmittel nach derzeitigem Stand etwa für den Rohbau des Schulungsraumes reichen. „Momentan planen wir den Holzbau und das Dach, für Fenster und Innenausstattung hoffen wir auf entsprechende weitere Spenden, die Waldwerkstatt ist momentan leider noch nicht realisierbar“, so Jakesch. „Das Gelände ist schon jetzt ein Erlebnisraum für Kinder, nicht nur für die Waldgruppe des Kindergartens St. Josef, die sich hier einmal wöchentlich trifft. Bäume, Bach und Blumenwiese, Gebüschpfad und Froschtümpel und natürlich auch die momentane Baustelle bieten den Kindern hier zahlreiche Erlebnismöglichkeiten in der freien Natur!“

Waldjugend

Zur „Hoteleröffnung“ hatte die Waldjugend auf ihr Gelände am Zuckerberg in Kappelrodeck eingeladen. Natürlich war damit kein Riesenbauprojekt für Touristen gemeint, sondern die Einweihung eines großen Insektenhotels, welches die Waldjugend im Rahmen des „ökologischen Ausgleichs“ im Rahmen der Flurbereinigung Heidenhöfe anfertigen sollte.
„Den ganzen Winter haben die Kinder und Jugendlichen Materialien gesammelt, Stöcke zugeschnitten, Lehm angerührt, Stangen kleingesägt und angebohrt. Es ist schon unglaublich, wieviel Material in das Gerüst hineinpasst, jedenfalls mehr als wir uns vorstellen konnten. Aber Stück für Stück und Feld für Feld haben die einzelnen Gruppen daran gewerkelt!“ freut sich Waldjugendleiter Andreas Jakesch über den Abschluss der Bauarbeiten. “Jetzt haben Käfer und Wildbienen ein neues Zuhause! Zusammen mit der angelegten Wildwiese sollte es hier demnächst kräftig summen und brummen und ein Stück Natur erlebbar werden.“
Grund genug, die am Bau Beteiligten zu einem kleinen Umtrunk und ein paar Würstchen vom Grill einzuladen. Bürgermeister Hattenbach lobte die Ausdauer und den Fleiß der Jugendlichen und hatte zur Freude aller nicht nur seinen Sohn dabei, sondern auch eine große Portion Eis, die umgehend genossen wurde. Dabei konnten auch schon die ersten Wildbienen beim Nisten beobachtet werden, Wohnungsnot scheint es nicht nur bei Menschen zu geben!