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Baum des Jahres

  Die Robinie - Baum des Jahres 2020

Robinie Lothar Gössinger

Im Oktober jeden Jahres wird von einem Expertengremium, in dem die SDW Mitglied ist, der Baum des Jahres für das folgende Jahr ausgewählt.

Die Auswahlkriterien für die Wahl eines Baumes sind sehr unterschiedlich: So soll durch die Wahl zum Baum des Jahres entweder auf die Seltenheit einer Baumart, auf die Gefährdung durch neuartige Waldschäden oder Baumkrankheiten, auf die Bedeutung eines Baumes für die Menschen oder auf die Relevanz der Bäume für ein Ökosystem hingewiesen werden.

Die Stieleiche war 1989 der erste so ausgezeichnete Baum, der aufgrund seiner Bedrohung durch neuartige Waldschäden ausgewählt wurde. Andere Bäume wie die Wildbirne (1998) gehören zu den seltensten Bäumen Deutschlands oder zeigen wie die Ulme (1992) einen starken Bestandsrückgang. Die Beeren der Eberesche (1997) sind für über 60 Vogelarten von Bedeutung und daher für ökologisch ausgerichtete Mischwälder wichtig. Im Jahr der Wiedervereinigung wurde auf die Linde (1991) als Symbol der Freiheit und des Friedens hingewiesen. Ein besonderer Erfolg war die Wahl des Speierlings im Jahr 1993. Damit wurde der stark gefährdete Speierling vor dem Aussterben bewahrt. Durch die bundesweite Kampagne sind nach Schätzung der SDW mehr als eine halbe Million Speierlinge neu gepflanzt worden.

Während 2004 bei der Tanne und 2006 bei der Schwarzpappel die Seltenheit und die Gefährdung im Vordergrund standen, war bei der Walnuss im Jahre 2008 ihre kulturelle Bedeutung im Mittelpunkt des Interesses. 2010 war bei der Wahl der Vogelkirsche ihr ökologischer Wert ausschlaggebend. 2011 stand die seltene Elsbeere im Mittelpunkt. 2012 ist die Lärche gewählt worden, der einzige Nadelbaum, der im Winter die Nadeln verliert. 2013 war es der seltene Wildapfel und 2014 die Traubeneiche. Im Jahr 2015 stand der Feldahorn im Mittelpunkt vieler Aktionen. 2019 stand im Zeichen der Flatterulme. Informationen zum Baum des Jahres 2020 finden Sie das Faltblatt/Poster "Die Robinie" im Online-Shop der SDW.

Die Motivation, eine Baumart für ein Jahr besonders hervorzuheben, ist eine ähnliche wie beim Tag des Baumes. Mit Hilfe des "Baum des Jahres" sollen der Bevölkerung ökologische, forstliche oder naturschutzfachliche Zusammenhänge verdeutlicht werden. Waldbesitzer und Forstdienststellen sollen auf neue waldbauliche Möglichkeiten, die letztlich zu einem artenreichen Mischwald führen, hingewiesen werden. Städte und Grünämter werden durch die Wahl einer Baumart zum Baum des Jahres dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden.

 

Steckbrief Robinie

 

Name: Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia), auch Falsche Akazie oder Scheinakazie genannt

Alter: bis 200 Jahre

Höhe: 25 bis 30 m

Stamm: kurz, häufig krummschaftig, Neigung zur Doppelkrone

 

Rinde: graubraun, tief gefurcht, häufig netzig-längsrissig

Blätter: bis 30 cm lange, wechselständige und unpaarig gefiederten Laubblätter mit bis 19 eiförmigen Einzelblättern; Nebenblätter mit zu bis 3 cm langen, rotbraun gefärbten Dornen

Blüte: Mai/Juni; 10 und 25 cm lange, hängende, traubige Blütenstände aus 10 bis 25 weißen Schmetterlingsblüten

Früchte: bis 10 cm lange, seitlich stark abgeflachte, rotbraune, kurz gestielte  Hülsen mit 4 bis 10 Samen.

Holz: heller, schmaler Splint mit gelbgrünen bis olivbraunen Kern; sehr hart, zäh, biegsam, dauerhaft und schwer zu bearbeiten


Bäume des Jahres von 1989 bis heute